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Mit Pflanzenkohle zur Klimaneutralität?

Auf Einladung der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Tübingen informierten Prof. Michael Weiß vom Zentrum Steinbeis-Technologie-Transfer (Tübingen) und Waldemar Klapp von der Firma 3R (Hannover) am 21.10.2021 in einem Onlinevortrag über die Umwandlung von Biomasse in Pflanzenkohle.

Im Landkreis Tübingen fallen pro Jahr circa 25000 Tonnen biologischer Abfall an, davon stammen 11 000 Tonnen aus der grünen Tonne und 14 000 Tonnen aus Baum- und Strauchschnitt. Die Umwandlung dieser Biomasse in Pflanzenkohle mittels einer industrieller Anlage könnte große Mengen von CO2 über viele hundert Jahre binden und somit eine CO2 Senke bilden, das heisst die CO2 Bilanz würde negativ. Darüber hinaus könnte die Pflanzenkohle vermarktet und CO2-Zertifikate verkauft werden. 

Somit könnte der Bioabfall gleichzeitig die angestrebte Klimaneutralität des Landkreises unterstützen und den Bioabfall in einen hochwertigen Stoff umwandeln. Das Bundesumweltministerium unterstützt Kommunen mit einer Förderung von bis zu 70%, die ein solches Leuchtturmprojekt auf den Weg bringen. Auch die Landesregierung hat die Pflanzenkohle als Zukunftstechnologie in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen. 

(Prof. Michael Weiß beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema und der biologischen Weiterverarbeitung zur hochwertigen Erden. Waldemar Klapp ist Geschäftsführer der Firma 3R, die größere Anlagen zur Gewinnung von Pflanzenkohle produziert).

Ansprechpersonen der Kreistagsfraktion:

Dr. Wolfgang Raiser, Dr. Martin Brunotte, Nina Zorn, Klaus Lambrecht