Von Christin Gumbinger
Wenn wir im Kreistag über den Haushalt sprechen, taucht regelmäßig der Begriff „Freiwilligkeitsleistungen" auf. Er klingt so, als handle es sich um verzichtbare Extras, die man bei knapper Kasse problemlos streichen kann. Doch dieser Eindruck ist falsch. Viele sogenannte Freiwilligkeitsleistungen erfüllen Aufgaben, die wir als Landkreis laut Sozialgesetzbuch übernehmen müssen – sie sind also faktisch Pflicht. Dazu gehören beispielsweise die Förderung von Kreisjugendring, Jugendsozialarbeit sowie Sucht- und Drogenberatung oder Integrationsangebote. Dass Träger diese Aufgaben im Sinne der Subsidiarität übernehmen, ist ein Gewinn: Sie arbeiten näher an den Menschen und können passgenauer unterstützen. Zudem arbeiten viele Träger im oder verstärkt mit dem Ehrenamt und können daher ein konkurrenzloses Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Doch dazu brauchen sie nicht nur verlässliche Strukturen, sondern eine ebenso verlässliche Förderung und Finanzierung. Wir hinreichend bekannt, ist es auch einfacher, an einem einzigen Tag etwas einzureißen, was jahrelang aufgebaut wurde. Das muss man stets bedenken. Dabei sind die Träger nicht allein unterwegs oder sich selbst überlassen: Die Projekte werden durch den Landkreis seit Jahren sehr sorgfältig begleitet: mit Berichten, Evaluationen und intensiven Beratungen bis in die Fraktionen hinein – eine Überprüfung und Detailtiefe, die viele andere, deutlich größere Ausgaben im Haushalt gar nicht erfahren. Im Herbst steht die Haushaltsaufstellung an. Es ist bekannt, dass (auch bei den Freiwilligkeitsleistungen) kein finanzieller Spielraum für neue Großprojekte besteht. Doch wir bleiben aufmerksam: Wir prüfen, was wir uns leisten können – aber auch: was wir uns leisten müssen. Vielleicht kostet uns ein Projekt an dieser Stelle zwar etwas, doch spart es an anderer Stelle mehr. Auch die bestehenden Projekte müssen wir auf den Prüfstand stellen; nächstes Jahr werden diese turnusgemäß neu verhandelt werden.
Doch wir wissen: Wer am gesellschaftlichen Zusammenhalt spart, zahlt am Ende drauf. Jeder Euro, den wir in Teilhabe, Integration, Jugendarbeit oder Selbsthilfe investieren, erspart uns morgen teure Reparaturen – sei es durch weniger soziale Folgekosten oder durch junge Menschen, die gestärkt ihren Weg gehen können.
Deshalb: Freiwilligkeitsleistungen sind Investitionen in die Zukunft unseres Landkreises.
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