Menü

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Tübingen

Gedanken zum Jahresempfang

Von Fabian Buck

Der Jahresempfang des Landkreises Tübingen war bemerkenswert – da das Tagblatt nur knapp berichtete, möchte ich ergänzend meine Gedanken ausführen. Im Zentrum der Feier stand die Besiegelung der neuen Partnerschaft mit dem Kreis Hof HaCarmel in Israel. Dominiert wurde dieser Teil der Zeremonie von staatlich aufgeladener Symbolik und Rhetorik. Es sei deshalb an dieser Stelle daran erinnert, dass dies eine Partnerschaft der Menschen sein soll. Und zwar aller Menschen in Hof HaCarmel und hier im Kreis. Genau darauf hat die Grüne Fraktion bereits bei den Kreistags-Verhandlungen im Mai gedrängt. Um Menschen ging es dann ganz konkret im zweiten Teil des Abends, nämlich der Feier der neu Eingebürgerten. Ein Mann, gebürtiger Iraner und seit 2017 hier, erzählte von seinem Einbürgerungsverfahren. Er berichtete von einem Übermaß an Geduld und Zeit, das ihm während dieses Prozesses abverlangt wurde. Das Publikum quittierte dies mit einigen Lachern – deutsche Verwaltung wie man sie kennt. Da muss man eben durch, wenn man dazu gehören möchte. Statt Lachen wäre Scham angebracht gewesen, diesen Mann und viele andere derart lange den Mühlen der Verwaltung auszusetzen. Integration gelingt dadurch nicht besser. Wenigstens hat dieser Teil des Festaktes der aktuellen Migrationsdebatte ein menschliches Gesicht gegeben. Es wird momentan allzu einfach ausgeblendet, dass es immer um konkrete Menschen geht und eben nicht um die „Flut einer gesichtslosen Masse“, die unser Land „unkontrolliert überschwemmt“. Apropos Flut. Dass es ganz reale Flutwellen gab in den letzten Wochen, ist auch eine bittere Wahrheit. Als grüner Kreisrat muss und will ich natürlich darauf drängen, die Klimakrise wieder ins Zentrum zu rücken. Gut, sie tut es natürlich auch selbst mit leider schöner Regelmäßigkeit. Aber das wissen und fühlen Sie, liebe Leser:innen ja schon längst. Nur drängt sich der Eindruck auf, dass es nicht mehr sonderlich interessiert. Gut, dafür sind die Grünen ja da, sagen Sie sich. Und wenn die es nicht hinbekommen: Selbst schuld. Ertappt, ich schweife ab. Zurück zum Ende des Festaktes im Landratsamt. Mit aller Inbrunst wurde abschließend die deutsche Nationalhymne geschmettert. Wohlan, so sei es: Blüh' im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!



zurück

GRUENE.DE News

Neues